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ZEITSCHRIFT FÜR HEIDENTUM NATURRELIGION UND THELEMITISCHE PHILOSOPHIE

INHALT

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KULTISCHES: THELEMITISCHE FESTE ceccccneeeeenenee nennen

MYTHOLOGISCHES: DIE NORNEN. He seo een een en

GESCHICHTLICH* S: HEIDNISCHE FRAUENBUNDE: DER THRUDENRING. ...... BESSHTCHTE DES GRALS. cn. seco rn nennen Ener rn nn nennen

PRAKTISCHE MAGIE:

BONENUBUNGEN sa cc sonen user une rnnnnn KUCHENKRÄUTER IN DER HEILKUNDE........ Bersense ZUR MAGISCHEN WIRKSAMKEIT VON KUCHENKRÄUTERN,.

GRUNDSATZFRAGEN: "TEMPEL DER SEMNONEN" - EINE HEIDNISCHE GRUPPE UND IHRE SIEBEN GRUNDSÄTZE (DOKUMENTATION)

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SAKRALE KUNST:

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NEUE BÜCHER! een es BE ENTERBOR, oe nennen EIN WEG ZUR WEISHEIT UNSERER ÄHNEN.

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(KLERIKALE PROPAGANDA - KRIEGSGEILE CHRISTEN - HISTORISCHES

NATUR/ÖKOLOGIE - WELT DES KRUZIFIXES - MONOTHEISTISCHE

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pt Liebe Leserin, Lieben Lesen ! Hof4entkich noch nechtzeitig zu den Sommerferien behommt Ihr nun endlich die neunte Nummern unseren Zeitschrift. Zwei ihren Schwerpunkte sind das Thelemitische und die. weibLiche Spinituati- tät. Vielleicht gelingt es un» damit mal, etwas mehr Widenspnuchsgeist bei Euch zu wecken, der sich dann in wütenden Lesenbrniefen nieden- schlägt. Denn so8tche sind ausgesprochen ar. Dafür erreicht uns dern Schimpf eher mit Worten und meist unten vier Augen. Eine gute Nachricht für alle nostalgischen Sammler: Bei einen Astral- neise durch ein verwunschenes Kellergewötbe entdeckten win noch einige atte HAIN-Nummenn. ARso, Nr.1,2,3,5,7 und 8 können ab 40401 nachbe- stettt werden. Bitte mit 7 Marken a 60 Pf. an M. Wengen. Zun heidnischen Scene diesmak nur ein Satz: Wir haben jetzt den Punkt erwieicht, wo jeden sich möglichst von jedem anderen abgrenzt, da alle den Überzeugung sind, das wahre Heidentum gepachtet zu haben. Heimtichtuenei und Dogmatismus kann man in diesen Bewegung #inden, wie es» auch bei christlichen Konventikelsekten nicht schlimmen sein könn- te. Zum Gtück haben win ats Heiden noch die Göttinnen und Göttern - die bleiben, wie sie immer waren, auch wenn alte Menschen dunchdrehen .

Mit herzlichen Grüßen und viel Spaß beim Lesen. Euen (fr ajynd

ERSCHEINUNGSVERMERK

DER HAIN erscheint dreimal im Jahr in verschiedenen Buchläden oder wird direkt versandt. Der Umfang einer Ausgabe beträgt mindestens 50 Seiten. Eine Ausgabe kostet 3,50 DM, ein Abonnement (= 4 Ausgaben + Versandkosten) 19,- DM. Abonniert wird durch Überweisung von 19,- DM auf das Konto und gleichzeitige Benachrichtigung.

Private Kontaktanzeigen (auch für Gruppen und nichtkommerzielle Veranstaltungen) werden umsonst abgedruckt. Gewerbliche Anzeigen kos ten 5,- DM pro Seitenachtel.

Die Redaktion: Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.): Matthias Wenger Okachai Ben Al Surth Lüneburger Str.7 c/o Holger Schnepf D-1000 Berlin 21 Gruberzeile 69 Tel.: 030/391 95 12 D-1000 Berlin 20

Konto: 2643 60-104, Michael Frantz, Sonderkonto Zeitschriften, Postgiroamt Berlin (West). 3

> Der thelemitische Jahreskreis Tell

Vorbemerkung

Da der Hain nur dreimal im Jahr erscheint, fahre ich nun sinnvollerweise mit den zeitlich nächsten Festen fort, und werde die zum Frühlingsequinox und Maifest passenden Anfang nächsten Jahres veröffentlichen.

Kind des Propheten / Equinox der Götter

Zeitpunkt : Wenn die Sonne ins Tierkreiszeichen Aries eingeht, also gemeinhin um den 21.März/Lenzing.

Der Tempel ist wie zum Lichtmeß/Aquariusfest eingerichtet (siehe vorigen Hain). .

Utensilien : Weihrauch, Salz, Wasser, Schwert, Buch des Gesetzes (Liber Al vel Legis), Kerzen, Feuer(schale)

(Zu Beginn ist der Tempel nur von einer großen Kerze erleuchtet. Der Hierophant steht als Harpokrates, das gekrönte glorreiche Kind im Osten hinter dem Altar zunächst)

HIEROPHANT:

Ja, höret diese Zahlen und Worte:4638ABK24ALGMOR3YX2489RPS TOVAL.- Da kommt einer, dem Propheten nachzufolgen, er wird es deuten, der Auserwählte, der es den Menschen verkündet. Und ABRAHADABRA.Es wird ein Kind sein, und dies seltsam. Seine Zahl ist 777; der Freund des Flammenden Schwertes : Diamheach lasanta Claindheamh (sprich : Dehmhäch lasanta Clehndäm; entzünden der Lichter)

Gesegnet seid ihr, die ihr auserwählt seid, am geheimen Feste für das Kind des Propheten Ankh-af-na-Khonsu/To Mega Therion teilzunehmen.

Wisset, daß das gekrönte glorreiche Kind Horus als Licht und Harpokrates als Schwei- gen und To Teknon Therion als Kind des Tieres 666 euch den Gehalt des Liber al vel Legis darlegt. In diesem Segen möget ihr verweilen oder nicht, es spielt keine Rolle.

So soll es sein. Amen!

(Es werden zwei ausgewählt; einer hält den Weihrauch ein anderer das Salzwasser, der Hierophant geht vor den Altar und wendet sich nach Osten: )

HIEROPHANT:

Heil dir Ra Hoor Khuit, Herr der beiden Horizonte, Herr des Krieges und der Rache; verfahre du hart mit ihnen, denn die Erde und ihre Greuel waren, sind und werden groß sein. Erhebe dich mit der Morgenbarke, die Maat zu schaffen für die Menschen. Auf daß dein Licht in mir sei und seine rote Flamme sei das Schwert der Wahrheit in meiner Hand, deine Ordnung zu schaffen auf Erden und deinen Weg dahin zu bereiten.

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(nach Süden :)

Hadit, des Lichtes Flügelkugel, geheime und erhöhte Schlange, die Wissen und Weis- heit gibt. Sei du ich, wie ich du bin. Tatvam Asi - Das bist du. Aka Dua - erwiesen ist letzte Einheit.

(nach Westen :)

Isis und Osiris, Abba und Aima, Allvater und Urmutter; alles ist von den sieben, sieben ist durch sechs, sechs von fünf, fünf auf vier, vier aus drei, drei waren zwei. Diese Zwei werden eins, und werden sich aufheben im Himmel, aber einen Sohn und eine Tochter zeugen auf der Erde.

(nach Norden :)

O Nuit, Ewige des Himmels, laß es immer so sein, daß die Menschen von dir als keine sprechen und nicht als eine, und laß sie überhaupt nicht von dir sprechen, da du immer- während bist. AUM.

(Die Assistenten weihen und reinigen den Tempel, der Hierophant geht ins Zentrum und evoziert :)

HIEROPHANT:

Nuit, Herrin, die du der Nachtblaue Himmel bist, ich bete dich an, die du über Geb, der Erde, dich mit deinem Leib beugst. Du birgst all die Sterne in deinem Körper. Ich bitte dich, umhülle uns mit deiner Weisheit und einem Segen. Verehrt sei dein Leib der Himmel, der uns umschließt, und dein Schoß, der das Horuskind hervorbringt. Ich rufe dich an mit diesem Lied; Himmelsgöttin, Azurblaue, Sternenlidrige Nuit, Herrin, wogende Welle in uns, erfülle uns, durchdringe uns, sei unsre Zuflucht. Ich rufe dich an, dich, Mutter der Welt.

(Alle stehen in Ur-Runenform und rufe siebenmal Nuit, dann schweigend und mit geschlossenen Augen).

Hadit, Herr des inneren Lichtes in der Seele der Menschen, ich preise dich, der du das Herz des Lebens bist. Du bist meine Zunge, die die Wahrheit Emeth spricht; der du schweigst und sprichst, dämmerndes Licht des Morges, weise den richtigen Weg, sei unsere Liebe, Herrlicher.

Ich verehre dich, und ich preise dich, denn du betest in mir, weil du ich bist und ich du bin. Hadad, brich herein, wie ich dich rufe mit Weihrauch und Musik und lebender Ekstase. Herr der Initiation, erleuchte uns,lenke und leite uns, ich bitte dich sei in und durch uns mein Licht und Gott, Vater der Welt.

(Alle liegen und rufen neunmal Hadit, dann Schweigen)

Ra Hoor Khuit, gekröntes und glorreiches Horuskind, ich verehre dich, wie sich deine kriegerische Gestalt den Feinden zuwendet und wie du dich mir als Freund und herrlicher Harpokrates zeigst; Herr der schweigenden Weisheit. Sei gütig zu uns, die dein Gebot halten, und vernichte die Fallensteller, unsere Feinde und Gegner. So wie der Priester das Horuskind ist, gekrönt und glorreich sei in mir und sei bei uns in deiner allumfassenden Erneuerung. Ich bete dich an in meinem geheimen Tempel mit dem Bildnis, ich opfere dir das Blut meiner Feinde und weihe dir die Werke meiner Arbeit. EHEJEH ASCHER EHEJEH, gib mir die Kraft, Horus gegenüberzutreten. Sei du, Hoor-Paar-Kraat bei mir,

®.

wie ich dich rufe, sei in mir, weise mir die Wege zu Kether. Sei meine Kraft, meine Stärke und die Macht meiner Arme, Beine und des Geistes.

ABRAHADABRA.Der Lohn von Ra-Hoor-Khuit.

(alle rufen 11mal Harpokrates, geben das Schweigezeichen; es folgt eine Meditation, Weihe der Anwesenden mit Rauch und Weihwasser; jeder schließt mit AUM HA, dann betet der Hierophant frei, während die Anwesenden Nuit-Hadit-Ra Hoor Khuit raunen).

HIEROPHANT: (laut und feierlich)

Aiwass, Minister von Hor-Par-Kraat, enthülle das Geheimnis der Buchstaben und Zahlen vor den Kindern der Menschen:

21 ist das große Arcana des Rades, Eheich in Kether, die Erlösung und Erleuchtung geht über den Pfad des Baums des Lebens. Der Geist offenbart sich also dreifach : Vater, Mutter und Geist - Binah, Chokmah und Kether. Der Botschafter ist der solare Genius To Mega Therion in Tiphareth. Parzifal gelangt durch die Überwindung des Weibes Kundry zu Tiphareth, also indem er, selbst wenn die Welt gutes Geschick für ihn bietet, nicht der Illusion verfällt, die Welt wäre wirklich; dann gelangt er durch den Phallus/Lingam des Aquarius, also die Kraft des neuen Äons zu den Strahlen der Sonne, also dem göttlichen Genius.

Dadurch überwindet Babalon die Teilung Choronzons. Dreifach ist auch das Buch des Gesetzes, wie die Religionen der Weisheit :

Da sind die, die den Schoß der Herrin Nuit suchen, da sind die Sucher des Sangreal und da ist das Gesetz von Thelema zuoberst und zuletzt:

3 mal 3 mal 3, die Zahl des Parzifal. Parzifal die Methode der letzten Erleuchtung. ("Wisse nichts. Für reine Unschuld sind allem Wege erlaubt.") Im ersten sind 24 Götter und Göttinnen, eine Krone mit 12 Strahlen nach oben und 12 nach unten; im zweiten sind 24 Älteste der Apokalypse und 8 mal3 = 24 Kräfte der Welt. Dies macht also 3 mal 24 = 72 !! Also Schemhamphorasch, der 72fältige Name. Auch ist 8mal9 = 72; dies ist die Zahl der göttlichen Manifestationen. Zuletzt ist auch das Tetragrammaton, also die vier Ele- mente des Universums und das dreifache Gesetzbuch in deiner Hand der Schlüssel. So bildest du das Allerheiligste der Schöpfung : 777.

AMEN. So steht es geschrieben und verborgen. AUM: HA! (alle sollen sich schweigend trennen; Ende des Festes)

Ipsissimus - Hochfest

Zeitpunkt : Wenn die Sonne ins Tierkreiszeichen Cancer eingeht, also um dem 21.6.

Tempel : Altar im Osten, alle Utensilien darauf, sonst leer. Zu Beginn ist der Tempel hell erleuchtet. Alle tragen sehr schlichte Gewänder.

HIEROPHANT: Procul hinc Abeste Profani. (Pause)

Dies ist der Tag der Formlosigkeit, an dem der Meister den Gral erlangte und Kether erreichte. Lasset uns darum die Formlosigkeit suchen.

EN 20 min. ) “nt werden, wie Yin und Yang, Binah und Chokmah, Shiva ie Himmel und Erde, so lösen sie sich zu Nichts auf, werden also Nuit, Nirvana bzw. Ain. Trachtet also zu versöhnen statt 74 nicht zu teilen, schließlich auch zu befrieden, wenn Krieg ie Freude der Welt, daß der Schmerz der Trennung wie nichts x sung alles." Denn wenn ihr euch in Ruhe, Einklang und les aufheben und nichts verbleibt. Machet darum auch Euch

itel des Buches der Lügen ).

ber Chet vel vallım Abiengi, in A.Crowleys mag. Rituale, von hweigen, heller erleuchten)

ler Sphinx.

n Äonen der Ewigkeit: Weltreiche, Religionen, Dynastien acht die kommende Welt die Alte; immer läßt Überheb- it des Alten fahren. Darüber aber steht alle Zeit das

chenvergehen, Wissen schwindetund Geschriebenes nicht nmer an, und vergeht nie.

ol der Vereinigung von allem scheinbar Gegensätzlichen. "und Heiden, Moslems und Buddhisten, Zoroastrier und er Sphinx vereint.

asten, Lügner und Philosophen, Hexen und Magier; auch engefasst.

‚Adler, Stier, Löwe und Mensch; dort sind die vier Evange- des Adda-Naribei den Hindus; hier sind die vier Elemen- n, die vier Hauptfeste des Jahreskreises und die vier nens Tetragrammaton. Da sind die vier Elementarkräfte nd Magnetismus - bzw. fest, flüssig, gasförmig und strahlen- Teile des menschlichen Gens; und die vier Seinsformen : a und menschlich. 2 und alles Sein ist darauf fundiert. Doch die Sphinx ist auch der Weg; Ihr

Kopf, der Senschen, gewährt das Wissen; die Löwenpranken geben den Mut, zu wagen a ver ‚Körper gibt die Stärke und Ausdauer zu Wollen; und die Adlerflügel lassen die Sphinx sich in höhere Reiche erheben, um zu schweigen und das Mysterium zu be NEbEaekAlgo.das Mysterium der Sphinx hin, und machet es zur Grundlage eures FOrSCHERS ENNESSanGEIns So Wird eure Arbeit fruchtbar sein.

Denn der Name der Sphinx ist Harmarkhis, oder im Liber Legis Hrumachis.

(10 Min. Schweigen),

dnehmet auch . . En : 2 Be Am Schweigen in die Welt, denn wer redet weiß nicht, und wer weiß,

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Boch Wein gereicht werden) = = Ende = =

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Was ist Religion?

Religion ist ganz anders, als es im allgemeinen dargestellt wird und darum auch oft als Religion verstanden wird. Religion ist so etwas wie Wahrheit und Aufrichtigkeit bei allem Tun und Handeln und gehört in den Alltag, in das tägliche Leben, Religion ist keine verstiegene, weltfremde Frömmelei oder lebensfremde Nis- kussion, sondern verantwortungsbewußtes, lebensnahes und prak- tisches Verhalten. Religion ist vor allen Dingen Rücksichtnahme auf Schwächere. In einem Lexikon habe ich unter dem Begriff Religion folgendes gelesen: "Religion, (lat.) das bewußte Verhältnis und tätige Verhalten des Menschen zu der ihm übergeordneten übersinnlichen Macht, das bei allen Menschen und Völkern in irgendeiner Form vorhanden ist." Das bewußte und tätige Verhal- ten zu einer übersinnlichen Macht wird dort erwähnt, zu einer Macht, die mit unseren Sinnen nicht zu erfassen ist. Doch wer von uns hat denn heute noch ein bewußtes Verhältnis zu dem Religiösen? Ist es nicht eher so, daß uns das Thema Religion schon irgendwie beschäftigt, aber sich oft nur sehr wenig damit auseinandergesetzt wird? Doch ganz loslassen können wir von diesem Thema auch nicht, egal, wie wir zur Religion stehen. Doch weil sich das Thema Religion bewußt oder unbewußt auf so viele unserer Lebensberei- che auswirkt, sollten wir uns schon für Religion interessieren und uns ein bewußteres Verhältnis dazu schaffen. Als freier Religionsforscher beschäftige ich mich mit den verschiedensten religiösen Lehren. Bei diesen Studien habe ich immer wieder festgestellt, daß es zwischen den meisten alten Lehren sehr viele gemeinsame Aussagen gibt. Der Kern dieser gemeinsamen Aussagen läßt sich etwa folgendermaßen zusammenfassen: Respekt vor der Würde eines jeden Menschen, Rücksichtnahme auf Schwächere wie Kinder, Kranke und die Älteren, keine unnötigen Leiden für all die anderen Kreaturen, Schutz und Pflege für die Natur. Also alles Dinge, die im Alltag beachtet werden können und auch beachtet werden sollten. Der Dienst an der Schöpfung und der respektvolle Umgang mit anderen Menschen und Kreaturen ist wohl der aufrichtigste und beste Gottesdienst der sich denken läßt. Wer sich im Alltag und im praktischen Leben nach seinen Kräften um die ganze Schöpfung bemüht, ist dadurch zu einem wahrhaft religiösen Menschen geworden. Denn das ist es, was als be- wußtes Verhältnis und tätiges Verhalten zu der uns übergeordneten Macht bezeichnet werden kann, also der bewußte Umgang mit allem, was diese Macht hervorgebracht hat. Durch das bewußte Verhältnis zu der Schöpfermacht kann auch ein neues, besseres Verhältnis zu sich selbst gefunden werden. Dieses veränderte Selbstgefühl kann auch innere Stärke geben und den ganzen Men- schen verändern. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Etwas Ausdauer und auch eine gewisse Selbstdisziplin gehören schon dazu. Wir alle sind alleingenommen recht schwach und brauchen den Beistand und das Verständnis unserer Mitmenschen. Darum sollten wir uns gegenseitig Mut machen, wenn wir versuchen die religiösen Dinge wieder mehr in den Alltag zu bringen. Wir sollten ganz einfach irgendwo beginnen und dann möglichst konsequent bei der Sache bleiben. Alles weitere wird sich dann schon ir- gendwie ergeben. Und wir sollten dabei auch viel und möglichst offen mit- einander reden und uns auch sonst mehr Zeit zum besseren Kennenlernen neh- men. Das bringt zusätzlich noch eine frische Brise in die Seele und kann zu einem neuen, beschwingten Lebensgefühl führen. Religion ist mehr, viel mehr, als ich es hier beschreiben kann. Religion ist so vielseitig, farbenprächtig, lebensfroh und lebensnah wie das Leben selbst und so bunt und vielseitig wie unsere Träume und Phantasien. Reli- gion in ihrer Vielfalt und Farbenpracht gehört in den Alltag um die Ein- fältigkeit und das Grau-Schwarze aus dem Alltag und aus unserer Gedanken- welt zu vertreiben. Wenn die Regenbogenfarben im Alltag dominieren, kann jeder Tag zum Feiertag werden, ein Feiertag sein.

Dieter Krampitz

Moorkamp 55 - 3000 Hannover 1 Tel. 0511-3500544

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UNSERE ZIELSETZUNGEN

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1. DER TEHPEL DER SEMNONEN Ist ey y AUSGERICHTETER STAMMESVERBAND UND KULTISCH-RELIGIÖSER On SUEBEN FÜR DIE URSPRÜNGLICHEN HEINATGEBIETE DER SyEBEN ZWISCHEN ELBE UND ODER.

br DER TEMPEL DER SEMNONEN BETREIBT ALS ZIEL DIE WIEDERAUF- FINDUNG DES ALTEN SUEBISCHEN ZENTRALHEILIGTUMS UND DIE DORTIGE WIEDERERRICHTUNG EINER HALGADONSCHULE ZUR AUSBILDUNG DES SUE- BISCHEN LEHRSTANDES, DER SEMNONEN,

3, DER TEMPEL DER SEMNONEN SETZT SICH EIN FÜR EINE HEIDNISCHE UND NATÜRLICHE LEBENSWEISE, FÜR UMWELTSCHUTZ UND ARTERHALTUNG, NATÜRLICH AUCH BEZOGEN AUF DIE ERHALTUNG UNSERER ART UND KULTUR - DER UR-KULTE.

4, DER TEHPEL DER SEMNONEN ERSTREBT DIE ERKENNUNG UND VERTIEFUNG DER GERHANISCHEN, KELTISCHEN UND OSTEUROPÄISCHEN RELIGIÖSEN TRA- DITIONEN, IHRER MYTHEN UND KULTE, SEINE MITGLIEDER BEMÜHEN SICH UM DIE ERHALTUNG UND DAS STUDIUM IHRER QUELLEN, UM SIE DER GEGEN- WART WIEDER ZUGÄNGLICH ZU MACHEN,

>E DER TEMPEL BEMÜHT SICH AUCH UM EINE MYSTISCHE ANNÄHERUNG UNSERES BEWUBTSEINS AN DIE NATUR UND DIE IN IHR VERBORGENEN KRÄFTE, EINE LEBENDIGE WECHSELBEZIEHUNG ZU DEN GÖTTINNEN UND GÖTTERN SOLL UNS HELFEN, UNSER LEBEN FREIER VON DER SCHEINWELT DER MODERNEN ZIVILISATION ZU GESTALTEN,

EIN BESONDERER WEG ZU DIESEM ZIEL IST, NEBEN DER PERSÖNLICHEN ton UND RITUALMAGIE DAS FEIERN DER FESTE DES JAHRES-

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6. DER TEMPEL DER SEMNONEN STREBT DIE WIEDERERÖFFNUNG ALLER SUEBISCHEN HEILIGTÜMER UND DIE DURCHSETZUNG DER VERFASSUNGSMÄBIG GARANTIERTEN RELIGIÖSEN UND KULTURELLEN RECHTE AN,

Far EIN ZIEL DES TEMPELS BESTEHT IN DER BEFREIUNG UNSERES STAH- MESGEBIETES VON ALLEN FORMEN ZWANGHAFTER, MENSCHEN- UND NATUR- VERACHTENDER RELIGIOSITÄT, %

WAS DIE DIESBZGL. PSEUDORELIGIONEN AN ZERSTÖRUNGSARBEIT HINSICHT- LICH UNSERER HEIDNISCHEN KULTUR GELEISTET HABEN, BEDARF UNSERER STÄNDIGEN GESCHICHTLICHEN ERINNERUNG. AUCH SIND WIR MORALISCH VERPFLICHTET, NEUE GEFAHREN, DIE VON DEN NATURFEINDLICHEN HAB- RELIGIONEN AUSGEHEN, SORGFÄLTIG ZU BEOBACHTEN, DER TenpeL DER SEMNONEN ARBEITET NICHT MIT CHRISTLICHEN ODER KIRCHENHÖRIGEN ORGANISATIONEN ZUSAMMEN,

DIESE 7 GRUNDSÄTZE HAT SICH Das THING . TEHPELS Der SEHNONEN AM TYRS-TAc, DEM 28. WonnemonD 1991 nz DEMOKRATISCHER ENT- SCHEIDUNG SELBST GE

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Zwischen Kampftraining

Bewaffnete Amazonen waren nicht nur Mythenwesen

und Kosmetik

Archäologische Funde’in der Sowjetunion

Sie .unterzogen sich einem harten Kriegstraining; ‚kämpften mit Pfeil und Bogen,. und :wenn. sie in der Schlacht fielen, wurden. sie, mit allen militärl- schen. Ehrungen bestättet Amazonen, bewaffnete Kämpferinnen, waren kei- neswegs nur mythische Gestalten. Mo- derne Ausgrabungen beweisen, 'daß In den‘ Kulturen ‘der südosteuropäischen „Reiternomaden“ der Eisenzeit Frauen sehr häufig aktiv kämpften. Bei aller „Emanzipation“ lebten sie dennoch wie normale Frauen: In einem Amazonen- grab. aus einem Grabfeld der Südukräl- ne ist eine bewaffnete junge. Frau mit ihrem nur wenige Tage alten Säugling bestattet.

Schon die Kirlegsberichterstattung Homers über die Eroberung Trojas er- wähnt 'eine Amazonentruppe, die den Trojanetn zu Hilfe kommt. Das ist die früheste literarische Quelle, die die Kriegstätigkeit vön Frauen nachweist. Sie hat die’ Phantasie der griechischen Künstler kräftig angeregt. Das bewei- sen phantasievolle jüngere Amazonen- berichte und zahlreiche Bilddarstellun- gen. auf: Vasen. Auch der Geograph He- BEE Fe ante Antennen „dlebej.den Skythen In: Südostrußland- lebten und dort als „Männertöterinnen“ (Olorpata) bezeichnet wurden.

Später galten diese Amazonenberich- te zunehmend als Mythen so versteht sie auch Heinrich von Kleist in seinem Drama „Penthesilea“, in dem er den Einsatz einer Amazonentruppe vor Tro- ja schildert. Daß Frauen aktiv In Kämpfe eingriffen, ist zwar auch aus der Antike bekannt, in der beispiels- weise Gernmianinnen ihre Wagenburgen verteidigen. Doch das sind Ausnahme- fälle. Die germanische Mythologie schreibt dem Göttervater Wotan zwär eine Art Leibgarde von „Schildjung- frauen“ zu. Doch ein planmäßiger Kampfeinsatz von Frauen mit Waffen galt bislang als unwahrscheinlich.

Die immer zahlreicheren archäologl- schen Nachweise von Amazonen, also Frauen, die offensichtlich ihre Waffen nicht nur dekorativ zur Schau trugen und manchmal nachweisbare Verwun- dungen zeigen, heben diesen Mythos in den Bereich der Realität. Die Funde konzentrieren sich bisher auf Südost-

rußland von der Ukraine über den Un- terlauf der Wolga bis zum Ural und nach Transkaukasien, Sie stammen vor- wiegend aus der mittleren Eisenzeit (4. bis 6. Jahrhundert vor Christus) und gehen in: Einzelfällen zurück bis in die früheste Eisenzeit Ende des 2. Jahrtau- sends vor Christus. Sie stammen meist von den Stämmen der Skythen (Ukrai- ne) und Sauromaten (unteres Wolgage- biet), also Vöikerschaften, denen die griechischen Schriftsteller auch „Ama- zonen“ zuschrieben. Damit beginnt die Archäologie, diese lange als Sagen und Mythen angesehenen Literaturquellen mehr und mehr zu bestätigen.

Die ersten Gräber von Frauen mit Waffenbeigaben wurden bereits Ende des vorigen Jahrhunderts bei Grabun- gen des Grafen Bobrinskoj in der Ukraine entdeckt. Dieser tat sich zu- nächst schwer mit der Deütung der seltsamen Skelettfunde, die man mit reichem Frauenschmuck beigesetzt hat- te, mit Spinnwirteln, einer ‘goldenen Haube und weißer und rosa Schminke. Gleichzeitig waren sie mit Waffen -ins Grab gelegt worden, vor allem mit gan- zen Serien von Pfeilen in Köchern so- wie Wurfsteinen, die ‚vermutlich mit Schleudern gegen einen ‚Feind einge- setzt wurden. Die Bogen zu den Pfeilen wurden auch In Männergräbern. nie gefunden. Sie scheinen vermodert zu sein.

In einigen Fällen konnte der Ausgrä- ber an den Skeletten- anthropologische Untersuchungen machen, die keinen Zweifel daran ließen, daß Frauen mit voller Waffenausrüstung' und’ Kosme- tikzubehör, Schmuck und Haushaltsin- ventar beerdigt wurden. Es: dauerte je- doch Jahrzehnte bis zu der. Erkenntnis, daß es sich tatsächlich um Gräber von Amazonen handelte.

Diese Funde haben sich:in den, Nach- kriegsjahrzehnten immer.mehr gehäuft. Denn frühere Ausgräber definierten Gräber, in’ denen Waffen vorkämen, au- tomatisch als Männergräber. Sie sahen keine Notwendigkeit, dies mit Hilfe von Skelettuntersuchungen nachzuweisen, um so weniger, als auch Männergräber oft mit Spiegeln und Schmuck, ausge- stattet wurden. -

1960 konnte eine sowjetische Forsche- in deın ukrainischen Steppengebiet Skythen 23 Gräber von bewaffneten n nachweisen unter Insgesamt über 80 erkennbaren Frauengräbern, Einige Jahre später zeigte sich schon in dem dstwärls angrenzenden. Sauroma- tengeblel, daß ein Fünftel aller Gräber mit Waffen und Pferdegeschirr Frauen birgt und demnach ein erheblicher Teil- der Frauen als „Amazonen“ ausgerüstet war. Doch wird nach Auffassung der Göttinger Archäologin Rehäte Rolle da- mit der Frauenanteil unter den Krie- ger-Gräbern noch weit unterschätzt, Sie ist in einem sowjetisch-west- deutschen Gemeinschaftsprojekt mit Ausgrabungen in der Ukraine be- schäftigt, wo zur Zeit ein um ein Kö- nigsgrab gruppiertes, Gräberfeld von etwa 80 Hügeln freigelegt wird— Tscher- tomlyk im Gebiet von Nikopol: Dort sieht es eher. danach .aus, als ob jedes zweite Grab eine waffentragende Frau birgt. Die Betätigung der Frau als „Amazone“ gehörte zum normalen All-

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Die südrussischen Amazonen: muß man ‘sich. als kamipfestüchtige..Bogen- schützinnen zu. Pferd vorstellen: Pfeil und Bogen waren die normale Waffen- ausrüstung und genauso selbstverständ- lich wie große silberne Ohrringe, Perl- ketten, Spiegel und Schminke, die die Toten mit ins Grab bekamen. In einem Fall sind die Reste roter Schminke noch auf den Buckenknochen der Toten zu sehen. Als Sekundärausrüstung kommt bei den skythischen Kämpferinnen noch eine Serie von Lanzen und Wurfspießen dazu, bei den Sauromatinnen oft ein Schwert. Einc Streitaxt jedoch, die die griechische Dichtung der schönen Ama- zonenkönigin Penthesilea zuschreibt, ist nirgends gefunden worden: Sie war mit Sicherheit auch eine bevorzugte Män- nerwaffe.

Die Vermutung liegt nahe, daß diese Amazonen ihre Waffen mehr aus rituel- len Gründen trugen und mit ihnen be- stattet wurden. Doch das Ist schon des- halb unwahrscheinlich, weil sie oft bis zu siebzig Pfeile mit ins Grab nahmen. In einem Fall waren die Pfeile sogar nachweisbar für den erfölgreichen Ge- brauch präpariert: Eine junge Skythin besaß Pfeile, die erkennen lassen, daß ihr Hinterende rot markiert war, um den Pfeil im Gefechtstrubel möglichst genau in die Bogensehne zu setzen, ohne die Augen ganz vom Feind zu wenden.

Sinn hatte die Bewaffnung der Kämpferinnen natürlich nur, wenn die- se von Jugend an wie die jungen Män- ner im Waffengebrauch trainiert wa- ren: Mit Sicherheit waren die Sykthin- nen und Sauromatinnen nicht nur Gele- genheitskämpferinnen. Bei einer von

Renate Rolle ausgegrabenen Bogen- schützin lassen sich am. rechten Hand- skelett Verschleißspuren nen, e vom Umgang mit der Bogensehne her-

rühren. Die zahlreichen Gräber kampfver- letzter Frauen zeigen, daß die „Amazo- escheut haben.

nen“ das Gefecht nicht 8

Der früheste Amazonenfund ein? DE 1,47 Meter große, mit Kurzschwert un Lanze bewaffnete Frau aus Grusinien aus dem Ende des 2. Jahrtausends trägt am Schädel eine 3 Zentimeter lange und 0,7. Zentimeter breite Verletzurig. durch einen Schlag oder Stich, der sle einige Zeit überlebt haben muß: Zwei andere Amazonen sind durch eine Pfeilspitze im Knie getroffen, die mit großer Wucht eingeschossen wurde::die ‚Spitze ist verbogen’ und konnte nicht entfernt werden, In der zur Zeit ausgegrabenen „Nekropole“ Tschertomiyk' wurde 'eine Frau gefunden, in deren.Sehädel eine Pteilspitze steckt. ,

Doch geben die Ausgrabungen keine Hinweise darauf, ob die Amazonen Südostrußlands als eigene: sozlale'Klas- se auftraten oder als „Männertöterin- nen“ in geschlossenen Verbänden .Jagd auf Männer machten, wie man es dem Amazonenhilfskorps vor Troja nachsa- gen wollte. Es gibt gleichermaßen ärm- lich wie reich ausgestattete Amazo- nengräber. Manchen Waffenfrauen. von höherem. Rang gab :man Begleitperso- nen: mit in den “Fod,' also Männer oder Frauen, die getötet‘ und mitbegraben wurden, damit die Herrin standesgemäß im Jenseits auftreten kann, Eine ältere „Waffenfrau“ aus einem Grabhügel bei Melitopol wurde nicht.nur mit einer Dienerin beerdigt, sondern auch mit auffallend reichlichen Wirtschaftsyor- räten und einem ganzen Weinlager.

Man darf sich die Amazonen Süd- ostrußlands nach Auffassung von Rena- te Rolle keineswegs als vermännlichte Typen mit Ledergesichtern und harten Zügen wie etwa bei spezialisierten Hochleistungssportlerinnen vorstellen. Obwohl ihr--Kampftraining vielseitig war, legten sie Wert auf ihre Schönheit und führten auch einen Haushalt, wie die immer wieder auftretenden Spinn- wirteln und Spindeln beweisen. Sie wur- den zu schlanken, aber kräftigen, be- weglichen Mehrkämpferinnen trainiert und blieben sich zugleich ihrer Frauen- rolle bewußt. a

Einige wohl nicht überm; nehmende antike Schrifiquejß, ernst ii ben einerseits den Sauromaten = G > setz zu, das die Jungfrauen zwj E e- einen Feind zu töten, wenn sie e a. wollen. Andererseits aber bericht, So Arzt Hippokrates, daß die et der

rechte. Brust verstümmelten, indem sie sich in der Jugend diese Brust fort- brannten, „damit ‘alle Kraft in den rechten Arm ginge“. Damit wäre ein wesentlicher Sinn der Heirat, die Kin- deraufzucht, stark in Frage gestellt worden. Die Archäologie kann dazu nichts Beweiskräftiges sagen.

Doch es gibt mehrere Amazonengrä- ber, in denen die Kinder der Waffenfrau mit beerdigt wurden. Am anrührend- sten ist ein Grab einer jungen Frau mit Pfeil-Bogen-Bewaffnung, das jüngst durch das sowjetisch-westdeutsche Pro- jekt in Tschertomlyk freigelegt wurde: Die Tote hält vor der Brust ihren erst ein paar Tage alten. Säugling; man hat ihre Hand so um dessen Füßchen gelegt, daß sie diese im kalten Grab wärmt und schützt. Dies Bild-der jungen Mut- ter paßt überhaupt nicht zu dem Bild einer Amazone mit verstümmelter rechter Brust. i

Ur:geklärt läßt die-Archäologie jedoch bisher, wie es zu der Entwicklung des Kämpferinnenstatus in den Steppenge- bieten ‚Südostrußlands kam und wes- halb: sich: diese Entwicklung nicht auch

in anderen Kulturen in diesem Umfang vollzogen bat. Für, naheliegend hält Re- nate:' Rolle die Erklärung aus den Le- bensverhältnissen: in den grenzenlosen Steppen dieses Raumes heraus: Die vor- wiegend nomädisch lebenden Stämme mußten ihre Herden über größte Ent- fernungen verfolgen und bewachen. Dabei reichte die Kapazität der Männer vermutlich nicht aus, vor allem, ‘wenn diese im Krieg kämpften. Deshalb wa- ren die Frauen möglicherweise gezwun- gen, auch Hirtentätigkeiten zu Pferde und mit Waffen zu übernehmen. Daraus entwickelte sich dann auch die aktive Teilnahme an Feldzügen, auf die man aus den Schwertern der sauromatischen Amazonen schließen kann. Aus diesen Anfängen mag dann die volle Gleichbe- rechtigung der Frau als Kriegerin ent- standen sein. HARALD STEINERT

FA, Zi; 4:11. 8.86

Heidnische Comics? Comics für Heiden!

eit dem Beginn des Wassermannzeital-

ters macht sich die Wiederkehr der Mythen, Geister, Dämonen und Götter überall, vor allem in der Kunst, bemerkbar. Fantasy-Literatur und -Malerei, Heavy Metal und Folkmusic sollen kurz als Belege gelten, ich muß darauf wohl nicht näher

eingehen.

Auch in der jüngsten, der "neunten" Kunst, im Comic, das zugleich auch die vielleicht älteste Kunst ist, wenn man die Höhlenmalereien dazuzählt, ist dies deut- lich zu erkennen.

Anhand von Beispielen möchte ich dies belegen und gleichzeitig dazu anregen, sich mehr mit Comics zu beschäftigen. Die "Bil- derheftchen" sind längst kein Schmutz und Schund mehr, wenn sie esje waren, sondern ein durchaus auch anspruchsvoller Be- standteil der europäischen Kultur. (Mein Sammelgebiet ist Europa, über andere Kontinente weiß ich deshalb weniger Be- scheid.)

Besonders für Heiden mit Kindern soll- te dieser Artikel interessant sein, wenn sie ihren Sprößlingen ihre Religion kindge- recht nahebringen wollen.

Nicht umsonst verwendet die andere Seite schon lange die Comic-Bibel, auch die Comics di- und perverser Sekten zeigen, daß es sich lohnen kann, mal in einen Co- micladen zu gehen, um für seine Kinder anständige Lektüre zu besorgen.

Bei der Fülle des vorliegenden Materi- als kann ich Euch leider keinen auch nur annähernd vollständigen Überblick geben, ich beschränke mich daher auf Lesetips, die

are

qualitativ und in ihrem "heidnischen" ie halt aus meiner Sicht empfehlenswert sind.

"Die große Macht des kleinen Schninkel"

Grzegorz Rosinski und Jean varı Hamme

Carlsen Verlag 1989

Die Geschichte eines kleinen Nagetier- menschen, der von seinem Gott auserwählt wird, Frieden zu bringen. Er heilt Krüppel, sein eifrigster Jünger verrät ihn, der Held kann über Säure gehen und stirbt am Schluß, an einen Stein gekettet mit ausge- breiteten Armen, seinen Feinden verge- bend.

Na, kommt Euch das bekannt vor? Richtig, die Story wurde teilweise in der Bibel entlehnt, ist ihr aber an Phantasie und vor allem Humor weit überlegen, auch das Ende ist etwas überraschend.

Nichts für Kinder, aber mit den teilwei-

se sehr schönen Schwarz-weiß- Zeichnun- gen für Erwachsene empfehlenswert.

"Die phantastischen Abenteuer von Yvain und Yvon"(Reihe)

Cadot + Bom Reiner-Feest-Verlag

Ein ganz normales Kinder-Comic über die Abenteuer zweier Brüder, mit hüb-

schen, kindger echten Zeichnungen, Hanni und Nanni lassen grüßen.

Dieser erste Eindruck täuscht gewaltig. Einer der Zwillinge besitzt nämlich die Fä-

higkeit, sich in einen Wolf zu verwandeln, der erste Band heißt: "Die Spur des Bapho- met"(!). Viel besser für Heidenkinder ist aber der zweite Band "König der Wölfe", bei der von der Wahl des Königs der Wölfe in einem Wald im Elsaß erzählt wird.

Wenn die Entwicklung dieser Serie mei- ne Hoffnungen auch nur teilweise erfüllt, ist sie für Kinder ab ungefähr acht oder zehn Jahren durchaus geeignet, verschiedene Zusammenhänge und den Kampf der Na- turreligionen gegen die "Zivilisation" be- greiflich zu machen.

"Aufruhr in der Rouergue"

Pierre Christin und Jacques Tardi Boiselle-Löhmann-Verlag 1989

Diese beiden, in der Comic-Szene be- kannte Namen, bürgen für eine gewisse Qualität, wobei die Zeichnungen von Tardi nicht jedermanns Sache sind.

Offizielle Kurzfassung des Inhalts: Ein multinationaler Konzern will ohne Rück- sicht auf die Natur eine Kupfermine aus- beuten. Doch das "kleine Volk" der Waldgeister, Zwerge und Kobolde verhin- dert dies mit seinen Zauberkräften.

SIMON-Zeuge der Zukunft (Rei- he)

Auclair und Riondet Carlsen Verlag

Diese inzwischen neunbändige Reihe spielt "nach der Katastrophe", in einem zer- störten und langsam wiederauflebenden Frankreich. Manchmal schwer zu verste- hen, aber in einigen Bänden werden Myt- hen sehr schön eingebaut. Ein philosophisches Werk, das vielleicht inter- essante Denkanstöße bieten kann.

WALHALLA (Reihe)

Peter Madsen

Carlsen Verlag

Die Comicserie zum gleichnamigen Zeichentrickfilm geht auch nicht viel besser mit unseren Mythen um, teilweise ist sie aber ziemlich authentisch.

Für Heiden, die ihre Götter nicht christ- lich ernst nehmen, sondern auch mal über sie schmunzeln können und Kinder, die doch einige wichtige Informationen über unsere Götter erhalten können.

Die Zeichnungen sind nicht berühmt, schwarz-weiß waren einige schon in einem frühen "Hain" abgebildet.

Die Kräuterhexe

J.C.Servais Carlsen Verlag 1984

Eine Sammlung von Volkssagen aus den Ardennen mit Hexen, Kobolden, Feen, Teufeln und Menschen.

AGLAYA (Reihe)

Ronald Putzker + Erich L.Nussbaumer

comicplus Die beiden Wiener gaben den Bänden ihrer Trilogie die Titel: "Der Gehängte", "Der Magier" und "Die Hohepriesterin". Es geht irgendwie (ganz verstanden habe ich

es noch nicht) um ein Tarot-Spiel, Liebe, Satanskult, Geld, Mord usw.

Die Pforten des Himmels (Reihe) Rodolphe + Rouge

Reiner Feest Verlag Der Sohn des keltischen Gottes Taranis und der Fee Morgane wächst als Adoptiv-

sohn armer Bauern auf, da er als rechtmä- Biger Thronfolger der Bretagne vom um

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sich greifenden Christentum verfolgt wird. (Teil 1)

Grimion Lederhandschuh (Reihe)

P.Makyo

Carlsen Verlag

Die sehr lyrische Geschichte des Jun- gen Grimion, der durch einen Geburtsfeh- ler die Umwelt etwas anders sieht als "normale" Menschen. Allerdings ist es eine andere Umwelt, als sie Pfarrer Gandow gerne sehen würde, das Wissen um Hexen und magische Tiere ist Allgemeingut.

Groaer Germanen-Comic (Jeder Band mit Aufklebern)

- BIRBAD (Reihe)

K.H.Donner + Jesus Blasco (Figuren von J.Q.Arrufat) BIRBAD-Comic Verlag Die Geschichte des Germanendorfes "Ering". Nicht besonders toll oder heid- nisch, auch wenn Wodan mal direkt ein- greift, ein Kindercomic. Besonders interessant sind die "Geschichtlichen Er- läuterungen", sie beschäftigen sich u.a. mit dem Thing und mit Runen.

Iriacynthe

J.C.Servais Ryperman Drukwerk 1982

Der junge Baron verliebt sich in die Fee Iriacynthe, die bereits seinen Vater in den Wahnsinn und den Tod getrieben hat. Die alte gelähmte Margot und ihre Nichten be- mühen sich, dem Baron zu helfen und hin- ter das Geheimnis der Fee zu kommen.

Thorgal (Reihe)

Grzegorz Rosinski + Jean van Hamme

Carlsen Verlag

Die Geschichte des Wikingers Thorgal Agirsson, in der die Welt der Edda leben- dig wird, gemischt mit etwas Science Fic- tion. Eine gute Fantasy- Abenteuerserie, die mir sehr gefällt.

Anders als im französischen Original beginnt der Carlsen-Verlag dankenswer- terweise mit der Kindheit Thorgals.

Die Spuren der Götter (Reihe)

Birger + Rafael

Carlsen Verlag

Diese Serie des deutsch-spanischen Zeichnergespanns beginnt mit einer Expe- dition im Dschungel von Ekuador, die es in den ersten beiden Bänden bereits nach Ja- pan und Tibet verschlägt. Wer chaotische Geschichten mag und sich für fernöstliche Mystik interessiert, der wird seine wahre Freude haben.

Yakari (Reihe) Derib + Job

Carlsen Comics

Die Abenteuer des kleinen Indianer- jungen Yakari, der mit den Tieren sprechen kann. Natürlich ein Kindercomic, teilweise mythologisch angehaucht, wenn z.B. "Na- nabosho", "Das große Kaninchen" (Totem- tier oder Gott (?) von ich weiß nicht mehr welchem Stamm) auftaucht.

Die heldenhaften Reiter (Reihe)

Rouge + Cothias Reiner Feest Verlag

Die Geschichte yon "Kern ab Erfrog", später genannt "Perceyal", wie sie sich wirk-

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lich abgespielt haben könnte, ein Muß für alle Freunde von Merlin und König Artus’s Tafelrunde.

PS: Wahrscheinlich kann man bei kei- nem dieser Beispiele sagen, es handele sich um ein heidnisches Comic, aber vielleicht ist das eine oder andere Mal die Mythologie mehr als nur ein bequemer Lieferant für Hintergründe und Themen.

Die Aufzählung erhebt natürlich kei- nerlei Anspruch auf Vollständigkeit, die Auswahl erfolgte rein subjektiv. Reine Fan- tasycomics ohne Bezug zur Mutter Erde wurden nicht aufgenommen. Erwähnung

FERER EIN WEG ZUM WEISTUM UNSERER AHNEN ###ee

SUCHT MAN HEUTE EINE KOMPAKTE UMFASSENDE DARSTELLUNG DER ALTGER- MANISCHEN RELIGION, OHNE SICH GLEICH IN EINEN WISSENSCHAFTLICHEN WÄLZER VERBEIBEN ZU WOLLEN, HAT MAN ES IN DER TAT NICHT GANZ LEICHT.

ES GIBT ZWAR ENZYKLOPÄDISCHE NACHSCHLAGEWERKE, IN DENEN NOCH VEDER ZWERGENNAME BIS IN DIE LETZ- TEN _ BEDEUTUNGSMOLEKÜLE ÜBERSETZT WIRD,

DOCH MANGELT ES AN BEGRENZTEN UND DENNOCH WISSENSCHAFTLICH TIEF- GREIFENDEN GESAMTDARSTELLUNGEN, DEM WURDE NUN DURCH DEN BERLINER AUF- BAU-VERLAG ABHILFE GESCHAFFEN, IN- DEM ER EIN BEREITS UM DIE JAHR- HUNDERTWENDE ERSCHIENENES WERK ALS TASCHENBUCH NEU HERAUSBRACHTE,

GRAVIERENDER VORZUG DES BUCHES von PAuL HERRMANN IST SEINE FREI- HEIT VON DEUTSCH-VÖLKISCHER IDEOLO- GIE, DAFÜR WERDEN DIE RELIGIÖSEN VORSTELLUNGEN DER GERMANEN AUS UR- ÄLTESTEN NATURRELIGIÖS- ANIMIS- TISCHEN MWAHRNEHMUNGEN HERAUSGEAR- BEITET, INDEM IN EINEM DRITTEL DES BUCHES ZUERST DIE BEREICHE DER SEELENKRÄFTE UND DER "NIEDEREN" GEISTWESEN ZUR DARSTELLUNG KOMMEN,

ES FOLGEN AUSFÜHRLICHE BE- SCHREIBUNGEN HYTHISCHER GRUNDVOR- STELLUNGEN AUS NATURRELIGIÖSER SICHT UND EINZELDARSTELLUNGEN DER GOTTHEITEN, WOBEI DEN GÖTTINNEN DER

fanden nur in deutscher Sprache erschiene- ne europäische Comics, also z.B. kein US- Müll.

Da derzeit eine wahre Schwemme über den deutschen Comic-Markt hereingebro- chen ist und dabei auch immer mehr inter- essante Comics auftauchen werden, wird es im "Hain" in Zukunft regelmäßig Comic- Tips geben.

Ich glaube, diese neueste und älteste Kunstform, das Erzählen von Geschichten durch Bilder, sollte von und für Heiden viel mehr genutzt werden.

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UMFANGREICHE, IHNEN YA AUCH GE- BÜHRENDE PLATZ EINGERÄUMT WIRD,

SCHLIEBLICH FINDEN WIR NOCH EINE DARSTELLUNG DES KULTISCHEN UND EINIGES ÜBER DIE KOSMOLOGIE,

MAN KANN SAGEN, DAB ES SICH UM DIE GELUNGENSTE EINFÜHRUNG IN DIE RELIGION UNSERER AHNEN HANDELT, DIE ZUR ZEIT VERFÜGBAR IST !

PAUL HERRMANN: DEUTSCHE MYTHOLOGIE = AUFBAU-TASCHENBUCH-VERLAG - BER- LIN 1991 - 384 S, -16,80 DM,

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HEILKRÄUTER VOM KÜCHENBRETT

Über die Kraft "gewöhnlicher" Küchenkräuter

Heilkräuter kommen in Mode. Kamille - davon haben schon alle gehört. Auch Baldrian und Eukalyptus kennen viele Menschen. Wer aber kennt die Kraft der Pflanzen, die heute nur noch als Küchenkräuter dienen? Als Heilplanze ist allenfalls noch der Salbei be-

kannt.

Wem ist als Heilkraut noch der Thymi- an vertraut, Kümmel, Rosmarin, Minze, Dill, Melisse, Petersi lie, Oregano? Außer in der Küche werden sie nicht mehr ver- wendet, weiß niemand wozu sie dienen. Doch haben sie einen entscheidenen Vor- teil, sie sind leicht zu bekommen, auch frisch sind sie auf dem Markt. Viele können auch leicht aus Samen gezogen werden. Und gibt es passendere Pflanzen für die Küche?

Alle Gewürzkräuter enthalten ätheri- sche Öle. Die Zusammen setzung dieser Öle unterscheidet sich allerdings erheblich, so daß die ätherischen Öle von verschiede- nen Pflanzen völlig unterschiedlich wirken. Der Geruch der Pflanzen ist haupt sächlich auf diese ätherischen Öle zurückzuführen.

Es werden aus den Kräutern hauptsäch- lich Aufgüße herge stellt. Dafür wird die Droge, meist 1 Teelöffeel pro Tasse, mit kochendem Wasser übergossen und dann bedeckt stehenge lassen.

Der Aufguß muß meist 10 min ziehen, er sollte wäh rend des Ziehens gelegentlich umgerührt werden. Dann wird er abgegos- sen. So wird auch Schwarztee zubereitet.

Eine Abkochung bzw. Absud wird her- gestellt, indem